Einigung bei Landeszusatzvertrag für Allgemeinmedizin
Liebe SNAMI Mitglieder, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Nach fast zweijährigen sehr zähen Verhandlungen habe ich als Präsident von SNAMI Bozen und Leiter des Verhandlungsteams dem Entwurf zum neuen Landeszusatzvertrag zugestimmt. Auch die anderen Gewerkschaften haben zugestimmt.
Die Einigung zu den letzten Punkten bezüglich der Altenheime ging schlussendlich unerwartet schnell, bei vorher sehr verhärteten Verhandlungspositionen. Meiner Einschätzung nach ist dies unser Medienoffensive und hier vor allem unserer Ärztekammerpräsidentin Dr. Astrid Marsoner zu verdanken, dass wir hier unsere Forderungen durchsetzen konnten. Der Vertrag kann jetzt nach Prüfung und Beschluss im Landtag noch in diesem Jahr in Kraft treten.
Es war wichtig zu dem jetzigen Zeitpunkt eine Einigung zu finden, bevor auf nationaler Ebene der nächste Kollektivvertrag ausgehandelt wird! Wir hätten riskiert, dass die Verhandlungen wieder von vorne beginnen und wir das zur Verfügung gestellte Budget nicht ausschöpfen hätten können.
Der neue Landeszusatzvertrag garantiert, dass jährlich mehr als 10 Mio. Euro mehr pro Jahr für die Allgemeinmedizin nicht nur zur Verfügung stehen, sondern auch verteilt werden.
Das Finanzielle ist klarerweise nur ein Teil des Ganzen. Wir haben einerseits dafür gekämpft, keine zusätzlichen bürokratischen Belastungen und Aufgaben für unsere schon jetzt sehr intensive Arbeit anzunehmen. Ich denke dies ist uns sehr gut gelungen.
Andererseits regelt der neue Landeszusatzvertrag die finanzielle Seite des Organisationsmodelles der allgemeinmedizinischen Betreuung unserer Provinz. Dieses zukünftige Modell der ärztlichen Betreuung in unserem Land selbst war aber nicht Teil der Verhandlungen. Wir haben trotzdem wiederholt auch in den Verhandlungssitzungen unsere Kritikpunkte an dem geplanten Betreuungsmodell ausgesprochen, haben aber feststellen müssen, dass das Assessorat hier derzeit zu keinen Änderungen bereit ist.
Die Unterschrift zu dem Vertrag bedeutet keinesfalls, dass wir aufhören werden, unsere Bedenken zu äußern und werden weitermachen, um eine bessere Lösung für die Bevölkerung und für uns Allgemeinmediziner zu finden.
Neu ist in diesem Landeszusatzvertrag auch die Einbeziehung der Regelung der Altenheime. Hier waren wir sehr kritisch eingestellt, da die bisherige Regelung sehr gut funktioniert hat. Der nationale Kollektivvertrag schreibt in Art. 43 Punkt 6 c) allerdings vor, dass die Betreuung der Altenheime eine Aufgabe der niedergelassenen Allgemeinmediziner ist, die im Landeszusatzvertrag geregelt werden soll.
Wir haben daher versucht, die bisherige Beauftragung von interessierten Ärzten in Betreuungsteams im Großen und Ganzen zu behalten, die Bezahlung wird aber in Zukunft über den Lohnstreifen erfolgen. Der festgesetzte Stundensatz wird durch die Pro-Kopf-Quote ergänzt, was zu einer insgesamt leicht erhöhten Bezahlung sowie um den Arbeitgeberanteil (10,375%) deutlich erhöhte Pensionszahlungen führt.
Wir bereiten ein Treffen vor, in dem wir im Detail auf die Neuerungen und Änderungen eingehen werden und Eure Fragen beantworten können.
Mit kollegialen Grüßen
Dr. Klemens von Lutterotti
Präsident SNAMI Provinz Bozen